Fußball - eine Botschaft für uns Christen
Jesus erzählte ihnen folgendes Gleichnis...
Jesus hat viel in Gleichnissen gesprochen. Dabei hat er sich auf die ihm umgebende Lebensrealität bezogen, also Bilder gewählt, die aus seinem und seiner Zeitgenossen Leben stammen. Das Gleichnis vom guten Hirten zum Beispiel, oder vom Weinstock, oder von den Jungfrauen mit dem Öl, von Gutsherren oder Verwaltern, vom Fischfang und vom Sauerteig. Und da gibt es noch so viele mehr.
Heute ist der Fußball in allen Medien. Eine Lebensrealität unserer Zeit. Und auch die Nicht-Fußball-Fans haben inzwischen mitbekommen, dass gerade eine WM läuft. Mit einem spannenden Finale morgen - und genau das hat mich auf die Allegorie, das Gleichnis gebracht, dass uns der Fußball aufschlüsselt.
Bei einem Fußballspiel gibt es verschiedene Positionen auf dem Feld. Da gibt es rechts außen und links außen, da gibt es das zentrale Mittelfeld, die Stürmer und die Verteidiger und natürlich den Tormann. Auch in unserer Kirche gibt es Verschiedenheit: rechts und links, jene in der Mitte und Stürmer, die vorangehen, Verteidiger, die bewahren, und Tormänner, die Rückhalt geben und für Sicherheit sorgen. Bei einem Fußballspiel ist es nun essentiell, dass diese Vielfalt zu einer Einheit wird, dass alle zusammenspielen und zusammengehören. So oft ist im Fußball die Rede von "das hat die ganze Mannschaft geleistet", "das haben wir nur zusammen erreicht"! Das können wir Christen uns von einer Fußballmannschaft abschauen: eine Einheit werden, eine Kirche sein, nicht im Gegeneinander und Rechthaben, sondern im Miteinander und Füreinander. So würden wir Jesu Willen erfüllen: "So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und sie ebenso geliebt hast, wie du mich geliebt hast." (Joh 17,23)
Dann gibt es bei einem Fußballspiel auch noch die Fans, jene Menschen, die das Stadion erst füllen. Die wesentlich dazugehören, denn ohne sie würde ein Fußballclub nicht leben. Sie identifizieren sich mit der Mannschaft, sind da und tragen den Club nach außen. Ihre Leidenschaft ist bewundernswert und äußerst lebendig. Viele von ihnen nehmen viel in Kauf für diese Leidenschaft, ihren Fußballclub. Leidenschaft, Zugehörigkeit, Präsenz, Aktivität und Lebendigkeit mögen auch uns Christen auszeichnen. Fußballfans tragen Schals und Trikots ihrer Clubs, bemalen sich in deren Farben und bekennen so ihre Zugehörigkeit. Woran erkennt man uns Christen? Wie zeigen wir unsere Zugehörigkeit und Leidenschaft nach außen? Woran erkennt man uns?
Natürlich hat ein Gleichnis auch immer seine Grenzen, das war schon zu Jesu Lebzeit so. Aber es gibt - so finde ich als Fußballfan - in dieser Allegorie so einiges für uns Christen zu finden, worüber es sich lohnt, nachzudenken.
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